Biographie
Überblick
Helmut „Helle" Hirsch (geb. 27. Januar 1916 in Stuttgart) war ein deutsch-jüdischer Student und Widerstandskämpfer. Er wurde im Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag zum Tode verurteilt und hingerichtet – mit nur 21 Jahren.
Herkunft und Jugend
Hirsch wuchs in einer jüdischen Familie in Stuttgart auf und machte am Dillmann-Gymnasium sein Abitur. Mit 15 Jahren trat er einer bündischen Jugendgruppe der dj.1.11 bei, die 1933 von den Nationalsozialisten verboten wurde.
Widerstand
Weg in den Widerstand
1936 emigrierte Hirsch mit seiner Familie nach Prag, wo er Otto Strasser von der „Schwarzen Front" kennenlernte. Strasser bewegte ihn dazu, einen Anschlag auf das Nürnberger Parteitagsgelände der NSDAP zu planen.
Verhaftung und Verrat
Kurz vor Weihnachten 1936 reiste Hirsch nach Stuttgart und wurde dort wenige Stunden nach seiner Ankunft verhaftet. Strassers Verbindungsmann, der ihm den Sprengstoff übergeben sollte, war ein Gestapo-Spitzel.
Urteil und Gedenken
Urteil und Hinrichtung
Am 8. März 1937 verurteilte der „Volksgerichtshof" Hirsch zum Tode. Obwohl der US-Botschafter persönlich bei Hitler intervenierte, lehnte dieser das Gnadengesuch ab. Am 4. Juni 1937 wurde Hirsch in Plötzensee hingerichtet – als erster von den Nationalsozialisten getöteter US-Bürger.
Gedenken
2007 wurde vor seinem Elternhaus in der Seestraße 89 in Stuttgart ein Stolperstein verlegt. Sein Nachlass mit Briefen, Tagebüchern und Kunstwerken befindet sich heute an der Brandeis University in den USA.